KMU Zeitkompass

Zeiterfassung im Handwerk und auf der Baustelle

Zuletzt aktualisiert: · Stand der Angaben: Oktober 2026 · Von Patrick Schmid

Handwerksbetriebe müssen wie alle Arbeitgeber die Arbeitszeit erfassen (BAG 1 ABR 22/21). Für das Baugewerbe gilt zusätzlich die Aufzeichnungspflicht nach § 17 MiLoG, weil der Bau zu den Branchen nach § 2a SchwarzArbG gehört. In der Praxis bewährt sich eine mobile Erfassung per App, die Arbeits- und Auftragszeiten direkt auf der Baustelle festhält.

Welche Pflichten gelten für Handwerksbetriebe?

  • Alle Betriebe: Das Bundesarbeitsgericht hat mit Beschluss vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) entschieden: Arbeitgeber sind nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG verpflichtet, Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit ihrer Beschäftigten zu erfassen.
  • Baugewerbe: Nach § 17 Abs. 1 MiLoG müssen Arbeitgeber für Minijobber (§ 8 Abs. 1 SGB IV) und in den Branchen nach § 2a SchwarzArbG – unter anderem Bau, Gaststätten und Beherbergung, Gebäudereinigung sowie Spedition und Logistik – Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens bis zum Ablauf des siebten Kalendertages nach dem Arbeitstag aufzeichnen und mindestens zwei Jahre aufbewahren.
  • Überstunden: Nach § 16 Abs. 2 ArbZG ist die Arbeitszeit, die über die werktägliche Arbeitszeit von acht Stunden hinausgeht, aufzuzeichnen; die Nachweise sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren.

Ausführlich: Arbeitszeiterfassungspflicht 2026.

Welche Zeiterfassung eignet sich für Handwerksbetriebe?

Wichtig sind mobile Erfassung per Smartphone, die Zuordnung von Zeiten zu Aufträgen oder Baustellen und ein Export für die Lohnabrechnung. Anbieter, die sich laut eigener Website an mobile Teams oder Handwerk richten, sind z. B. clockin und Crewmeister; Projekt- und Auftragszeiten bieten auch Clockodo und ZEP. Vergleich: 12 Anbieter im Überblick.

Wie funktioniert Zeiterfassung auf der Baustelle?

  1. Mitarbeitende stempeln per App beim Arbeitsbeginn ein – auf der Baustelle oder im Fahrzeug.
  2. Zeiten werden dem Auftrag oder Projekt zugeordnet.
  3. Pausen werden erfasst oder automatisch geprüft.
  4. Das Büro prüft und gibt die Zeiten frei; der Export geht an Lohnbuchhaltung und Rechnungsstellung.

Prüfen Sie, ob die App auch ohne Mobilfunkempfang erfasst und später synchronisiert – das ist auf Baustellen häufig relevant. Die Angaben dazu finden Sie in der Produktbeschreibung des jeweiligen Anbieters.

Darf ich GPS-Standorte meiner Mitarbeitenden erfassen?

Einige Apps bieten Standorterfassung (z. B. nennt Crewmeister „GPS-Standorterfassung“ in seinen Paketen). Standortdaten sind besonders sensible Beschäftigtendaten: Sie brauchen einen klaren Zweck, sollten nur beim Stempeln statt dauerhaft erfassen und müssen einen vorhandenen Betriebsrat beteiligen. Mehr: DSGVO und Zeiterfassung.

Lohn und Abrechnung: DATEV-Export

Wenn Ihr Steuerbüro mit DATEV arbeitet, spart ein Export viel Abtipparbeit. Welche Anbieter DATEV nennen: Zeiterfassung mit DATEV-Export.

Häufige Fragen

Welche Zeiterfassung eignet sich für Handwerksbetriebe?
Geeignet sind Tools mit mobiler Erfassung per App, Zuordnung zu Aufträgen und Lohnexport, etwa clockin oder Crewmeister; Projektzeiten bieten auch Clockodo und ZEP.
Gilt im Baugewerbe eine besondere Aufzeichnungspflicht?
Nach § 17 Abs. 1 MiLoG müssen Arbeitgeber für Minijobber (§ 8 Abs. 1 SGB IV) und in den Branchen nach § 2a SchwarzArbG – unter anderem Bau, Gaststätten und Beherbergung, Gebäudereinigung sowie Spedition und Logistik – Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens bis zum Ablauf des siebten Kalendertages nach dem Arbeitstag aufzeichnen und mindestens zwei Jahre aufbewahren.